Ping-Anrufe können strafbarer Betrug sein

Das OLG Oldenburg hat entschieden, dass so genannte Ping-Anrufe als Betrug strafbar sein können (Beschluss vom 20.08.2010; AZ: 1 Ws 371/10).  Als Ping-Anruf wird eine bestimmte Art des Missbrauchs von Mehrwertdienst-Telefonnummern verstanden. Es erfolgt ein Lockanruf, der jedoch nach einmaligem Klingeln sofort abgebrochen wird. Dabei wird darauf spekuliert, dass der Angerufene die angezeigte teure Mehrwertdienst-Telefonnummer aus Neugierde zurückruft.Das OLG vertritt die Ansicht, dass ein eingehender Anruf -nicht anders als das Läuten an der Wohnungstür- einen Vorgang darstellt, der über das damit verbundene Signal hinaus die konkludente Erklärung beinhalte, jemand wolle inhaltlich kommunizieren. Aus der Sicht des Angerufenen liege durchaus ein ernsthaftes Kommunikationsverlangen zugrunde.